WM-Kampf geplatzt, Charr: „Don King spielt ein mieses Spiel mit mir"

Köln - Der „Koloss von Köln“ bleibt vom Pech verfolgt. Box-Weltmeister Mahmoud Charr (36) flog vergeblich nach Madrid, um von da aus zur Pflichtverteidigung gegen US-Herausforderer Trevor Bryan (31) nach Florida zu fliegen. Dessen Promoter Don King (89) unterschrieb nicht den Kampfvertrag und besorgte ihm nicht das zugesicherte Visum. Damit ist Charrs erster Kampf seit der Titeleroberung gegen den Russen Alexander Ustinov (44) im November 2017 erneut geplatzt.

Boxkampf Mahmoud Charr gegen Trevor Bryan immer wieder verschoben wegen Corona

 

„Don King hat nicht das Hard-Rock-Hotel oder eine andere Halle gemietet, keine Verträge unterschrieben und keinen TV-Vertrag gehabt. Er hat ein mieses Spiel mit mir gespielt“, berichtet Charr nach seiner Rückkehr EXPRESS. „Er wollte nie diesen Kampf gegen mich machen, weil er wusste, dass er viel Geld verliert, wenn ich seinen Boxer schlage.“



Den WM-Kampf des regulären WBA-Weltmeisters Charr gegen Bryan hatte der schillernde Promoter Don King (89) im März 2020 für zwei Millionen Dollar ersteigert, aber wegen der Corona-Pandemie immer wieder verschoben. Die WBA setzte ihm ein Ultimatum bis 29. Januar, was King mit einer offensichtlichen Fake-Veranstaltung im Hard-Rock-Hotel in Hollywood/Florida umging.

Frueherer Tyson-Promoter brachte Bermane Stiverne ins Spiel

Dann versuchte der berüchtigte Promoter von Muhammad Ali (†74) und Mike Tyson (53) gegenüber der WBA, Charr für den Kampf als „nicht zur Verfügung“ darzustellen und den eigenen Boxer Bermane Stiverne (42) als Bryan-Gegner ins Spiel zu bringen. Wohl deshalb verstieß er gegen die im Charr-Vertrag festgehaltene Bereitstellung eines für den Kampf nötigen P1-Visums und Flugtickets.

Don King sieht die Schuld auf Charr-Seite

Die King-Seite macht allerdings die Charr-Seite für die Absage verantwortlich. „Das Visum, das er bekommen hat, erlaubt ihm in die USA zu reisen, aber sein Antrag für ein P1-Visum steht noch aus. Wenn er ein P1-Visum erhält, könnte er boxen, ohne geht es nicht“, sagte Dons Stiefsohn und Anwalt Carl King in „Boxingscene“.

Doch Charr beharrt: „Ich habe alle Vertragsinhalte eingehalten, mir ein Ticket und Visum auf eigene Faust besorgt und wäre topfit angereist. Mein Anwalt Patrick English ist schon in Kontakt mit der WBA. Er wird Don King verklagen.“

Veranstaltungsrecht an Global Sports zurück?

Der „Diamond Boy“ sieht sich im Recht: „Wenn Don King am 29. Januar nicht veranstaltet, fällt das Veranstaltungsrecht an Global Sports und meinen Ex-Manager Christian Jäger zurück, der beim Purse Bid das unterlegene Angebot abgegeben hat. Dann kann er meine Titelverteidigung veranstalten.“

An dieser Posse sieht man wieder einmal: Erst wenn auch der erste Gong im Ring ertönt, wird auch geboxt!


Quelle: express.de
28.01.2021