Schwergewichtsweltmeister auf Friedensmission in der Tuerkei

Friedensbotschafter Manuel Charr trifft Präsident Erdogan - Manuel Charr ist nicht nur Boxweltmeister im Schwergewicht nach Version der WBA, der 33-jährige Kölner wurde auch von zwei Weltverbänden (WBA und WBC) zum Friedensbotschafter ernannt. Am Mittwochabend war Charr auf Einladung von Recep Tayyip Erdogan zu Gast in Ankara und überreichte dem türkischen Präsidenten als Gastgeschenk einen WM-Gürtel.

"Präsident Erdogan ist ein großer Boxfan und hat mich nach meinen Kämpfen gefragt", sagt Charr. "Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er mich empfangen hat. Den Gürtel habe ich ihm als Dank dafür überreicht, dass die Türkei vier Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen hat. Außerdem habe ich ihn gebeten, sich für Frieden in Syrien einzusetzen."


Charr wurde als Sohn eines syrischen Vaters im Libanon geboren und kam im Alter von vier Jahren als Flüchtling nach Deutschland.

"Ich habe selber erlebt, was Krieg und Vertreibung bedeuten. Deswegen ist es mir so wichtig, mich für Frieden und Freiheit einzusetzen", so Charr. "Wir haben auch über Presse- und Meinungsfreiheit gesprochen. Es war ein gutes Gespräch."

Der WBA-Weltmeister kann sich vorstellen, seinen Titel in der Türkei zu verteidigen. "Die Türkei ist ein tolles Land, und die Menschen sind absolut kampfsportverrückt", sagt Charr. "Es wäre eine große Ehre für mich, zum ersten Mal eine Schwergewichts-WM in die Türkei zu bringen. Aber erst mal habe ich andere Aufgaben, auf die ich mich konzentrieren muss."

Für Charr steht als nächstes die Pflichtverteidigung gegen den in Puerto Rico geborenen US-Amerikaner Fres Oquendo auf dem Programm. Nachdem Oquendos Team den Kampf im sogenannten "Purse Bid" ersteigert hatte, wird die WM wahrscheinlich im Mai in Chicago stattfinden. “Als Weltmeister bin ich überall auf der Welt zu Hause”, so Charr.

 

Team Charr
22.02.2018